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Die Region Ostfalen...
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Die autofrei Stadt

Querdenken am Beispiel Helmstedt
Ich finde in Helmstedt wäre es doch toll, wenn im Zentrum, innerhalb der alten Stadtmauern auf den Straßen keine Autos mehr fahren und stehen dürften. Anwohner, die auf dem Grundstück eine Abstellmöglichkeit haben und der Lieferverkehr ausgeschlossen. Ebenso Taxen, Ärzte, Notfallhilfe und das Fahrrad. Man würde die Stadt ohne den Durchgangs- und Parkplatzsuchverkehr, mit seine alten Häusern aus den verschiedenen Epochen und ohne den Schilderwald viel bewusster wahrnehmen und erleben. Der ganze Straßenraum steht zur Verfügung. Zum Gehen, zum draußen sitzen, für die Kinder zum spielen und vieles mehr. Helmstedt hätte ein Alleinstellungsmerkmal, dass bestimmt auch gut für den Tourismus ist. Durch die Tatsache, in der Altstadt autofrei wohnen und leben zu können, bekommt die Altstadt eine neue Wohnqualität und Stellenwert.

Bilder zur autofreien Altstadt
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Es wird einfach übersehen, dass unsere Städte mal entstanden sind, als es noch keine Autos gab. Für Autos ist in den alten Stadtkernen einfach kein Platz wenn man der Charakter eines Ortes erhalten will. Also wenn man will!
Nimmt man den Denkmalschutz genau, gehören die Autos in die Altstadt eigentlich auch nicht hin.

Wenn ich diese Gedanken äußere höre ich meist gleich einen Aufschrei: Ich will auf mein Auto nicht verzichten und wie komme ich zum Arzt, in die Apotheke nach Café Förster oder zum Rathaus. Wie kommen die Kinder zur Schule. Und und und....

Zu Fuß, sage ich kurz und knapp. Ging doch auch, als wir noch kein Auto hatten. Im übrigen wird es uns die Krankenkasse danken wenn wir selbst mehr in Bewegung sind.
Nach Feierabend. Wie soll ich das einkaufen zeitlich zu Fuß schaffen?
Fährst Du doch sowieso zum Großmarkt weil Du vor dem Fleischer, Bäcker oder Woolworth eh keinen Parkplatz findest und in der Innenstadt das Angebot immer dünner wird und viel Geschäfte zeitig auch zu machen weil die Kunden weg bleiben, zum Großmarkt fahren.
Der Einzelhandel meint ja: Uns bleiben die Kunden weg. Gibt es den Einzelhandel überhaupt noch, so wie er in den 60ziger Jahren noch vorhanden war. Die Einkaufszentren am Ortsrand Ort haben den Einzelhandel schon lange kaputt gemacht. Angefangen bei den Lebensmittel über Bücher, Fernseher, Schuhe, Farben, Geschirr, etc. alles im Angebot unter einem Dach. Die Werbung, jeden Samstag und Sonntag im Briefkasten, zeigt uns was es gerade aktuell gibt. Das Einkaufsverhalten hat sich geändert. Wir gieren nur noch nach Sonderangebote und das kriegen die Märkte am Ortsrand heute eben "noch“ besser hin. Heißt ja nicht, dass man die Lücken in der Altstadt durch andere Angebote wieder schließen könnte. Aber dann muß eben auch das Umfeld stimmen. Und das Umdeld stimmt in den meisten mittleren und kleineren Städten eben nicht mehr. Das Besondere, das Wohlfühlgefühl fehlt. Nicht zuletzt auch kaputt gemacht durch verbreiterte Straßen und ständig im Weg stehende, platzverbrauchende  Autos. Und wer glaub ich fahre mal eben zum C&A in die Stadt, der muß erstmal eine Parkplatz finden...

Helmstedt hat zwei große Einkaufszentren und bis auf einen Discounter im Stadtzentrum gibt es diese auch nur am Rand der Stadt wo man ohne Auto nur sehr umständlich hinkommt wenn man nicht in der Nähe wohnt. Fußgänger sind dort eh nicht erwünscht. Ich denke mir, weil sie nicht soviel tragen können wie man gern verkaufen möchte. Andernfalls würde es zu den Märkten auch Fußwege geben. Die Märkte würden vorn an der Straße stehen, vom Bürgersteig aus erreichbar, der Parkplatz dahinter und nicht hinten am Parkplatz. Oder hat man die Fußwege einfach nur vergessen? Die Bürgersteigvariante würde ich städtebaulich auch besser finden. Und Fahrradständer sind auch sehr rar.

Wir parken heute die Innenstadt zu, sehen vor lauter Autos die einmalige Architektur Helmstedts nicht mehr weil die Häuser zugeparkt sind und davon hat der Einzelhandel auch keinen Vorteil. Einzig vielleicht die Stadt weil sie Parkgebühren kassiert was sich wiederum auch für den Einzelhandel eher negativ auswirkt. Am Einkaufcenter kostet das Parken nichts.

 Helmstedt - autofreie Altstadt   © 2018 wdh
Wenn ich mir vorstellen die Altstadt ist autofrei, heißt das ja nicht, dass ich gegen das Auto bin. Es heißt eher, den Stadtteil aufzuwerten, um hier wieder Lebensraum mit hoher Qualität zu schaffen. Kurze Wege, mehr Ruhe, bessere Luft durch weniger Feinstaubbelastung. Den Anreiz zu schaffen mehr zu laufen oder aufs Fahrrad umzusteigen was wiederum dazu führt ausgeglichener zu sei, damit glücklicher und weniger anfällig für körperliche und psychische Erkrankungen. Hier wohnen zu wollen, auch für die Menschen, die aufgrund des Alters oder anderer Umstände gar kein Auto mehr fahren wollen oder können und kurze Wege brauchen. Geschäfte zu finden die beraten und ein hochwertiges Angebot haben. Dinge eben, die ich im Supermarkt nicht bekomme. Cafés und Restaurants wo ich in Ruhe sitzen und die Stadt genießen kann ohne das, wie auf der Neumärker Ecke Bauernstraße alle naselang ein Auto über die Fußgängerzone fährt und ich aufpassen muss, dass ich nicht in eins rein laufe weil ich in einer Einkaufzone nicht unbedingt damit rechne das mir ein Auto über den Weg fährt.

Sollte nicht gerade der Einzelhandel, die Cafés und Restaurants ein Interesse daran haben die Altstadt in guter Wohnqualität wieder bewohnbar zu machen. Das sind ihre Kunden. Damit kann man das Angebot steigern und Auswärtige neugierig auf eine autofreie Innenstadt machen. Die wenn es ihnen gefällt, bestimmt auch wieder kommen wenn zusätzlich das Angebot der Geschäfte auch stimmt. An Sehenswürdigkeiten hat die alte Universitätsstadt genug zu bieten und bummeln in der Altstadt ohne Autos macht bestimmt Spaß. Die Stadt könnte sich gut zu einem Touristenmagnet entwickeln.

Zugegeben, es ist eine Problem die Autos, die heute in der Altstadt parken woanders unter zu bringen wenn keine Parkmöglichkeiten auf den Grundstücken besteht. Ein Problem, das sich bestimmt auch lösen lässt wenn der Wille da ist, eine autofreie Innenstadt haben zu wollen. Die Wohngebiete um den Stadtkern zuzuparken ist sicherlich nicht die Lösung. Ist ja jetzt schon in der Woche ein Problem vor der Haustür einen Parkplatz zu bekommen wenn Betriebe , Ämter oder Büros in der Nähe sind. Seien wir kreativ. Grundstücke für Parkmöglichkeiten, auch in der Altstadt für die Anwohner, gäbe es in Helmstedt genug. Sie müssen nur hergerichtet werden.

Zum Beispiel die alten Gleisflächen am Bahnhof. Das alte Bahngelände bietet genug Platz.  Eine Fußgängerbrücke am Bahnhof über die Gleise wäre ein Zugang zu den Parkflächen und eine gute, fehlende und fußläufige Verbindung von der Glockberg-Siedlung zum Bahnhof und zur Innenstadt. Wenn man die Idee weiter entwickelt könnte ich mir auch einen Stadttaxi (max. 10 Personen) vorstellen, das vom Bahnhof oder anderen Parkplätzen in die Innenstadt pendelt. Per StadtbustaxiApp abrufbar.

Viele, die in Helmstedts Innenstadt arbeiten und mit dem Auto zur Arbeit fahren müssen sehen ein Problem darin vor und nach der Arbeit 5, 10 oder auch 20 Minuten zu Fuß zum Auto zu gehen. Vielleicht kann man sich das Fitnesscenter ja dadurch sparen. Hat Zeit für sich von der Arbeit abzuschalten. Auf dem Weg vielleicht Dinge zu entdecken, die man sonst nicht sehen würde. Argumente diese Zeit nicht zu haben gibt es immer. Aber ist eine neue, noch nicht erlebte Lebensqualität nicht auch ein Argument?

Bestimmt ist der Wille für ein anderes Verkehrsverhalten vorhanden, sobald das entsprechende Umfeld geschaffen ist. Dazu gehört sicherlich auch ein intelligenter öffentlicher Nahverkehr. Dazu später an anderer Stelle mehr..

Überraschend ist, dass in den europäischen Ballungszentren und urbanen Gebieten etwa 40% der Haushalte ohne Auto leben. Das Auto aber in den Städten sehr viel präsenter ist, als sich rational rechtfertigen lässt. Ein Entwicklung, die bei einem immer größerem Verkehrsaufkommen, ich denke dabei auch an die eines Tages selbst fahrende Autos, für die Innenstädte nicht gut sein kann. Die Städte sind jetzt schon voll und immer mehr bestimmt durch das Auto, Ampeln und der Suche nach einem Parkplatz. Das braucht Zeit. Ich finde es daher wichtig über autofreie Zonen und Parkmöglichkeiten nachzudenken und zu handeln. Gerade auch weil die Menschen wieder in die Stadt ziehen wollen oder müssen, ist es wichtig im Interesse einer bessern Wohnqualität, des Klimaschutzes und vorsorgend für unsere Kinder darüber zu reden. Jetzt sag mir Keiner das geht nicht. - Die autofreie Stadt -Warum dann auf der Ostsee-Insel Hiddensee und einigen Ostfriesischen Inseln? In §50 der deutschen Straßenverkehrsordnung ist dies auch für die Insel Helgoland festgeschrieben: "Auf der Insel Helgoland sind der Verkehr mit Kraftfahrzeugen und das Radfahren verboten.“
Weil es Inseln sind? Naja und das Fahrrad sollte schon erlaubt sein.Ich weiß auch, die "autofrei Stadt“ kostet auch Geld und ist nicht gleich umzusetzen. Aber reden darüber sollten wir schon und nicht mehr so lange warten bis andere Städte es uns vormachen wie es geht.
August 2016
Wulf Hein

Oder doch lieber so? 

 Parken am Holzberg   © 2018 wdh
Oder vielleicht am Holzberg einen Dauermarkt mit festen Obst-, Gemüse-, Wurst- und Käseständen. Dazwischen vielleicht ein Café oder Restaurant mit Mittagstisch. Mitten auf dem Holzberg links und rechts an der Blaubasaltstraße....

 Helmstedt - Kornstraße   © 2018 wdh
 Helmstedt - Juliusstraße   © 2018 wdh
 Helmstedt - Bötticherstraße   © 2018 wdh
 Helmstedt - Georgienstraße
Einfach nur schauen und die aktuelle Stadtarchitektur mal ohne Auto erleben...

 Helmstedt - Juliusstraße

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